In den alten Handwerksliedern der Bäckergesellen ist immer wieder von den Ruhmestaten der Wiener Bäcker in der Türkennot die Rede. Auch das Handwerkswappen soll diesen Ereignissen seinen Ursprung verdanken. »Die Löwen und das blanke Schwert -  hat Kaiser Karl uns verehrt«. Hier begegnen sich Sage und Wahrheit.

Viele Sagen, die sich auf die erste Türkenbelagerung beziehen sind historisch nicht nachweisbar. So auch die Erzählung von Heidenschuss, wo ein Bäckergehilfe nachts bei der Arbeit ein Geräusch hörte und dessen Meldung zur Entdeckung einer Türkenmine führte. Andererseits besteht die berechtigte Annahme, daß in Ermangelung historischer Aufzeichnungen trotzdem allen diesen Sagen ein historischer Kern zugrunde liegt. Immerhin ist bekannt und belegt, daß Bäckerknechte sich bei der Zerstörung von Minen ausgezeichnet haben.

Über die zweite Türkenbelagerung gibt es historische Dokumente im Staatsarchiv, wonach die Wiener Bäckerzunft zur Zeit des letzten großen Türkenansturms gegen das Abendland im Jahre 1683 hervorragend an der Verteidigung Wiens beteiligt war. Die Wiener Bäcker stellten damals eine Kampfkompanie in Stärke von 250 Mann. Die Fahne, unter der die Kompanie auf den Wiener Stadtmauern den türkischen Belagerern beim verzweifelten Kampf lieferten, ist heute noch im Archiv der Wiener Bäckerinnung ‑dem ältesten Bäckerarchiv der Weit ‑ im Original als »Türkenfahne« aufbewahrt.

In der Zeit der Türkenkriege, den vielen Sagen und Legenden und den historischen belegten Ereignissen dieser Zeit hat das bekannteste Bäckerlied, das die Entstehung des Bäckerwappens glorifiziert, seinen Ursprung. In den Bäckerknechten fanden die Herrscher der damaligen Zeit die starken Männer ihrer Wahl. Sie wurden wegen ihrer Stärke und Kraft Löwenschützen genannt. In der Fabel war der Löwe schon immer der Stärkere. Schließlich ist das Symbol des Bäckers – die Brezel – die alles verbindende Macht.

So stellt sich das Bäckerwappen als Zeichen von Kraft und Macht, dekoriert mit des Kaiser´s Krone dar.

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