Die berühmten Dichter und Denker haben neben ihren literarischen Eigenheiten auch so manch merkwürdige kulinarische Vorliebe. Auch sie haben mit Freude genossen.
 
Friedrich Schiller z. B. liebte – nach Mitteilungen seiner Schwester Christophine – ein Brei von türkischem Weizen. Er vergaß sogar beim Schlemmen dieses Gerichtes die Schule. Einmal erwischte ihn sein Vater dabei. Doch anstatt sich zu verteidigen, holte der kleine Schiller einen Stock, damit man ihn für seine Sünde bestrafen konnte.
 
Von Jean Paul ist bekannt, daß er ein ausgesprochener Wurstfreund war. Im Gegensatz zu ihm war Christoph Martin Wieland ein richtiges Süßmaul. Er liebte alles an Kuchen und Backwerk. Oft stand er mitten in der Nacht auf, um sich irgendein Zuckergebäck ins Bett zu holen und davon zu naschen. Jeden Sonntag kam eine süße Nachspeise auf den Tisch.
 
Bei den Romantikern ist vor allem Friedrich Schlegel als Feinschmecker zu nennen. Er wußte nicht nur zu genießen, sondern auch in anziehendster Weise über eine Tafel zu plaudern. Außerdem verstand er selbst allerlei von der Kunst des Kochens. Aber all dies hatte seinen Preis: Schlegel wurde dick und rund.
 
E.T.A. Hoffmann galt als Gourmet und verkehrte stets in den edelsten Berliner Restaurants. Nur das Feinste konnte ihn reizen. Gottfried August Bürger führte einen lebhaften Lebensmittelaustausch mit seinem Göttinger Verleger Dieterich. Dieser schickte ihm Austern, Hummer, Steinbutte, Schellfische und Heringe, aber auch Pfirsiche, Zitronen und Weintrauben. Johann Wolfgang von Goethe liebte alle möglichen Sorten des Fleisches. Von Huhn bis Fisch aß er alles. Also ein richtiger „Fleischfresser“!
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